Eine Kapsel- oder Seitenbandruptur der Finger betrifft viel häufiger das Mittelgelenk als das Grundgelenk. Am Mittelgelenk reißt die Kapsel oder das Band häufig beim Versuch einen Ball zu fangen, oder durch einen Sturz. Betrachtet man das Grundgelenk, ist die mit Abstand häufigste Verletzung der Skidaumen (siehe seperate Informationstafel).
Eine Kapsel- und Bandruptur am Mittelgelenk wird in der Regel konservativ behandelt. Hierfür benötigt es eine spezielle Schiene für 4 Wochen, damit das Band bzw. die Kapsel in guter Position ausheilen kann. Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen, wie beispielsweise einem verschobenen, umgedrehten knöchernen Ausriss erforderlich. Bandrupturen am Grundgelenk können in vielen Fällen ebenso konservativ funktionell behandelt werden und erfordern nur bei relevanter Instabilität beispielsweise an der Zeigefingerseite eine Operation, damit es beim Greifen zu keiner dauerhaften Instabilität kommt.
Als erfahrene Handchirurgen sind wir darauf spezialisiert, das Ausmaß dieser Verletzung präzise zu diagnostizieren und individuell zu behandeln. Unser Ziel ist es, Ihre Fingerstabilität schnell und nachhaltig wiederherzustellen.

Seitenbandruptur der Finger Symptome, Ursachen, Behandlung
Symptome
Schmerzen, Schwellung, Fehlstellung, Bewegungseinschränkungen, Instabilitäten,
Durchblutungsstörung, Gefühlstaubheit, Blutungen
Ursachen
Meist Sturz auf den ausgestreckten Finger oder Krafteinwirkung seitlich auf eines der Fingergelenke
Behandlung
Meist konservativ durch Schienenanlage und anschließender Ergotherapie, Bei Interponat / Subluxation und anhaltenden Beschwerden kann eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden.
Kurzinfos zum Eingriff
| Dauer | ca: 30 Minuten |
| Narkose | Lokalanästhesie, Plexusanästhesie, Allgemeinnarkose |
| Erholungszeit | ca. 6 Wochen |

Häufige Fragen
Vor dem Eingriff
Wann rät der Arzt zu diesem Eingriff?
Eine Operation ist nur in Einzelfällen notwendig. Eine präzise ärztliche Abklärung ist hierfür notwendig.
Welche Alternativen gibt es zu dieser Operation?
Die meißten Rupturen am Mittelgelenk werden mittels angepasster kleiner Schiene für 4 Wochen behandelt. Dabei soll der Finger mehrmals täglich durchbewegt werden, damit es zu keiner Steifigkeit kommt. Am Grundgelenk benötigt es keine Schiene, jedoch werden zwei Finger oftmals mit einem Tape für 4 Wochen verbunden, damit diese synchron bewegt werden können, und keine Belastung auf das Band kommt.
Wie bereite ich mich optimal auf den Eingriff vor?
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Verletzung, mögliche Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente. Zudem sollten Sie sich über den Ablauf des Eingriffs informieren und jemanden für den Transport nach Hause organisieren.
Muss ich vor der Operation Medikamente absetzen?
Blutverdünner (außer beispielsweise Thrombo-Ass) oder anderweitige Medikamente (wie beispielsweise gewisse Rheumamedikamente) müssen häufig vor einer Operation pausiert werden.
Darf ich vor dem Eingriff essen oder trinken?
In der Regel kann der Eingriff in lokaler Betäubung durchgeführt werden, sodass Sie nicht nüchtern sein müssen. Sie dürften vor dem Eingriff sowohl essen wie auch trinken.
Welche Untersuchungen sind vorab notwendig?
Es erfolgt eine klinische Untersuchung sowie eine Röntgen und teilweise Ultraschall-/ CT- oder MRT-Abklärung, um das Ausmaß der Verletzung beurteilen zu können und den Eingriff zu planen.
Während des Eingriffs
Was geschieht bei diesem Eingriff genau?
Bei der Operation wird entweder das gerissene Band mittels einem Knochenanker wieder an der Ausrissstelle befestigt, oder ein gebrochenes Knochenstück wieder in seiner anatomischen Position mittels einer Schraube oder einem Metalldraht fixiert.
Wie lange dauert der Eingriff?
Etwa 30 Minuten.
Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?
Die typische Form ist die Lokalanästhesie (lokale Betäubung).
Wird der Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt?
Nach der Operation können Sie in der Regel am gleichen Tag nach einer kurzen Beobachtungszeit wieder nach Hause gehen.
Nach dem Eingriff
Wie lange dauert die Genesung?
Die Heilung dauert in der Regel 4 Wochen, wobei eine relevante Belastung für 6 Wochen unterbleiben sollte. Eine gewisse Fingersteifigkeit braucht Wochen bis teils Monate um sich zu verbessern.
Was muss ich in der ersten Woche nach der Operation beachten?
Nach einer Operation muss die Wunde trocken und sauber gehalten werden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Je nach Operation erhält man eventuell einen kleinen Gips oder eine Schiene.
Wann kann ich meinen Alltag wieder aufnehmen?
Leichte Tätigkeiten sind nach etwa 6 Wochen möglich. Für schwerere Arbeiten oder Sport sollten Sie je nach Betätigung und Beschwerden mindestens 3 Monate pausieren.
Wie wird die Narbe gepflegt?
Die Narbe sollte sauber und trocken gehalten werden. Nach dem Fadenzug können spezielle Cremes oder Pflaster helfen, die Heilung zu fördern.
Was geschieht, wenn Komplikationen auftreten?
Wenn starke Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren.
Wann findet der nächste Kontrolltermin statt?
Der erste Kontrolltermin findet meist ein bis drei Tage nach der Operation statt, um die Wundheilung und den Behandlungsverlauf zu überprüfen.
Risiken und Einschränkungen
Wie hoch ist das Risiko für Komplikationen?
Das Risiko für Komplikationen ist gering, selten treten verlängerte Schwellungen oder Infektionen auf. Nervenirritationen oder Gefäßverletzungen können vorkommen sind jedoch selten. Gehäuft ist jedoch eine verbleibende Steifigkeit zu beobachten.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Nach einer Verletzung des Mittelgelenks bleibt dieses wegen der Kapsel- und Bandschwellung meißtens lebenslang geschwollen. Die Beweglichkeit kann in vielen Fällen wieder den Vorzustand erreichen, jedoch kommt es immer wieder zu gewisser Einschränkung der Streckung und Beugung. Am schwerwiegendsten kann die Bewegungseinschränkung durch eine Vernarbung an der Unterseite des Mittelgelenks bei fehlender Schienentherapie auftreten. Daher sollte jeder Verletzung sofort ernst genommen werden, da solche späteren Bewegungseinschränkungen mittels einer Operation auch nicht gut behoben werden können.
Ist der Eingriff für jeden geeignet?
Grundsätzlich bei allen Patienten durchführbar. Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen sollten den Eingriff jedoch sorgfältig abwägen.
Beeinträchtigt der Eingriff dauerhaft die Beweglichkeit oder Funktion?
In leichteren Fällen wird die Funktion wieder komplett hergestellt, jedoch kann es sowohl nach der konservativen wie auch operativen Therapie zu einer Bewegungseinschränkung kommen, welche teils schwer therapierbar ist. Daher ist eine gute physio- bzw. ergotherapeutische Betreuung unverzichtbar.