Radiuskopffrakturen

Brüche des Speichenkopfes (Radiuskopffrakturen) entstehen in den meißten Fällen durch einen Sturz auf das ausgestreckte Handgelenk (axiale Stauchung) und führen zu Schmerzen, Ellenbogengelenks-Blockaden und möglicher Instabilität.​

Unverschobene, oder nur gering verschobene Brüche können ohne Operation behandelt werden. Hierfür kann für 1 Woche eine Schiene zur Schmerztherapie angelegt werden. Bei Schmerzarmut kann auch sofort eine funktionelle Therapie durchgeführt werden.

Verschobene Brüche oder Brüche bei denen zusätzlich Bänder gerissen sind, und das Ellenbogengelenk instabil ist bedürfen einer dringenden Operation, bei dem der Bruch mittels Schrauben oder einer Metallplatte stabilisiert wird und mögliche Bänder wieder vernäht werden. In äußert seltenen Fällen, bei einem schwierigen Trümmerbruch, kann ein künstliches Speichenkopfgelenk notwendig sein.

Als erfahrene Handchirurgen sind wir darauf spezialisiert, das Ausmaß dieses Knochenbruches präzise zu diagnostizieren und individuell zu behandeln. Ob konservative Behandlung oder Operation – unser Ziel ist es, Ihre Ellenbogenfunktion schnell und nachhaltig wiederherzustellen.​

Person in einem weißen T-Shirt, die ihren wunden rechten Ellbogen hält, der geprellt und verfärbt erscheint - mögliche Anzeichen einer Radiuskopffraktur - vor einem einfarbigen grauen Hintergrund.





Radiuskopffrakturen Symptome, Ursachen, Behandlung

Symptome

Schmerzen, Schwellung, Fehlstellung, Bewegungseinschränkungen, Instabilitäten,

Durchblutungsstörung, Gefühlstaubheit, Hämatomverfärbung, Blutung,

Ursachen


Typisch: Sturz auf das Handgelenk bei gestreckten Ellbogen.

Behandlung


Je nach Dislokationsgrad bzw. Impressionsgrad und Anzahl der Knochenfragmente Konservativ oder bei hohem Dislokationsgrad operativ.

Kurzinfos zum Eingriff

Dauerca. 60 Minuten
NarkoseAllgemeinnarkose
Erholungszeit6-12 Wochen
3D-Darstellung eines menschlichen Ellenbogengelenks mit Oberarmknochen, Speiche und Elle vor einem schwarzen Hintergrund - ideal für das Studium der Anatomie der Radiuskopffrakturen.

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Häufige Fragen

Vor dem Eingriff

Wann rät der Arzt zu diesem Eingriff?

Eine Operation ist in der Regel bei einer Verschiebung der Knochenstücke um 2mm oder bei einer Gelenksinstabilität notwendig.

Welche Alternativen gibt es zu dieser Operation?

Unverschobene oder gering verschobene Brüche mit stabilem Gelenk können funktionell behandelt werden. Das heißt, dass keine Gipsruhigstellung notwendig ist und man sofort mit Physiotherapie beginnen darf. Eine Belastung ist jedoch für 6 Wochen zu unterlassen, damit es zu keiner weiteren Verschiebung kommt. Eine Maximalbelastung sogar für bis zu 12 Wochen.​

Wie bereite ich mich optimal auf den Eingriff vor?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Krankheit, mögliche Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente. Zudem sollten Sie sich über den Ablauf des Eingriffs informieren und jemanden für den Transport nach Hause organisieren.​

Muss ich vor der Operation Medikamente absetzen?

Blutverdünner (außer beispielsweise Thrombo-Ass) oder anderweitige Medikamente (wie beispielsweise gewisse Rheumamedikamente) müssen häufig vor einer Operation pausiert werden.​

Darf ich vor dem Eingriff essen oder trinken?

In der Regel wird der Eingriff in Vollnarkose oder regionaler Betäubung durchgeführt. In beiden Fällen sollten Sie sechs Stunden vorher nichts essen und zwei Stunden vorher nichts trinken.

Welche Untersuchungen sind vorab notwendig?

Es erfolgt eine klinische Untersuchung sowie eine Röntgen- und CT-Abklärung, um das Ausmaß der Verletzung und Bruchstückverschiebung beurteilen zu können. In gewissen Fällen kann eine MRT-Abklärung sinnvoll sein.

Während des Eingriffs

Was geschieht bei diesem Eingriff genau?

Bei der Operation werden die verschobenen Bruchstücke wieder an ihre ursprüngliche Position gebracht und mittels Schrauben oder einer Metallplatte befestigt. Zusätzliche Bandrupturen bedürfen in der Regel einer weiteren Fixierung an den Knochen mittels Fäden oder Knochenankern. Im Falle eines Trümmerbruches muss der ganze Speichenkopf ersetzt werden, und es erfolgt der Einbau eines künstlichen Gelenks.

Wie lange dauert der Eingriff?

Der Eingriff dauert normalerweise etwa 60-90 Minuten, je nach Verletzungsform.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Je nach Patientenwunsch kann der Eingriff unter Regionalanästhesie, bei dem nur der ganze Arm schläft, oder Vollnarkose, bei der man ganz schläft, durchgeführt werden.​

Wird der Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt?

Nach der Operation können Sie in der Regel am Folgetag, selten am gleichen Tag nach einer kurzen Beobachtungszeit wieder nach Hause gehen.​

Nach dem Eingriff

Wie lange dauert die Genesung?

Die komplette Heilung dauert etwa 3 Monate. Die ersten 6 Wochen sollte der Ellenbogen geschont und nicht belastet werden. Danach kann man langsam mit dem Kraftaufbau anfangen. Eine gröbere Belastung ist erst nach 3 Monaten erlaubt. Zusätzlich ist Physiotherapie empfohlen, um die Beweglichkeit des Ellenbogens zu erhalten. Im Falle zusätzlicher Bandrisse dauert es länger bis die Beweglichkeit wieder hergestellt ist, wobei oftmals Einschränkungen verbleiben.

Was muss ich in der ersten Woche nach der Operation beachten?

Die Wunde muss trocken und sauber gehalten werden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.​​ Eine Ellenbogenorthese, ein Gips sowie eine Armschlinge sind in der Regel nur bei zusätzlichen Bandnähten erforderlich.

Wann kann ich meinen Alltag wieder aufnehmen?

Leichte Tätigkeiten sind nach etwa 6 Wochen möglich. Für schwerere Arbeiten oder Sport sollten Sie je nach Betätigung und Beschwerden mindestens 3 Monate pausieren.​

Wie wird die Narbe gepflegt?

Die Narbe sollte sauber und trocken gehalten werden. Nach dem Fadenzug können spezielle Cremes oder Pflaster helfen, die Heilung zu fördern.​

Was geschieht, wenn Komplikationen auftreten?

Wenn starke Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren.​

Wann findet der nächste Kontrolltermin statt?

Der erste Kontrolltermin findet meist ein bis drei Tage nach der Operation statt, um die Wundheilung und den Behandlungsverlauf zu überprüfen.​

Risiken und Einschränkungen

Wie hoch ist das Risiko für Komplikationen?

Das Risiko ist gering, umfasst jedoch in erster Linie Einschränkungen der Beweglichkeit (Steifigkeit) sowie mögliche Gelenksabnützungen, welche jedoch oftmals nur im Röntgen sichtbar sind und kaum Schmerzen verursachen. Weiters kann es zu einer Verletzung eines Nerven kommen (Nervus radialis) und daraus resultierender Muskelschwäche. Infektionen oder erneute Brüche sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Vorübergehende Schmerzen und Schwellungen klingen nach kurzer Zeit ab; eine leicht eingeschränkte Beweglichkeit kann verbleiben, größere Kraftdefizite sind sehr.

Ist der Eingriff für jeden geeignet?

Grundsätzlich bei allen Patienten durchführbar. Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen sollten den Eingriff jedoch sorgfältig abwägen.​

Beeinträchtigt der Eingriff dauerhaft die Beweglichkeit oder Funktion?

In den meisten Fällen wird die Funktion vollständig oder nahezu vollständig wiederhergestellt. Dauerhafte Einschränkungen sind selten und meist auf Komplikationen zurückzuführen.​

Die Handchirurgen
Iris Kastenberger

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