Lokale Lappenplastiken dienen der Deckung von Hautdefekten an der Hand. Hierbei gibt es je nach Lokalisation der verlorenen Haut unterschiedliche Möglichkeiten, diesen Defekt mittels anderweitigen Hautlappen sowie Vollhauttransplantaten wieder zu verschließen. Beispiele hierfür sind zum Beispiel der Crossfinger-Lappen, bei dem ein Teil der oberseitigen Haut von einem Finger auf die Unterseite eines anderen Fingers vernäht wird. Weiter besteht die Möglichkeit einen Defekt mit einer gewissen Verschiebung der Haut zu Decken z.B. nach Amputationen von Fingergliedern. Andere gängige Möglichkeiten sind sogenannte Z-Plastiken wie auch V-Y-Plastiken, bei welcher man Hautlänge gewinnen kann um Hautdefekte zu verschließen.
Als erfahrene Handchirurgen sind wir darauf spezialisiert, das Ausmaß dieser Defekte präzise zu diagnostizieren und individuell zu behandeln. Unser Ziel ist es, Ihre Weichgewebsdeckung schnell und nachhaltig wiederherzustellen.

Lokale Lappenplastiken Symptome, Ursachen, Behandlung
Symptome
Hautdefekte an den Fingern
Ursachen
Tangentiale Schnitte, Quetschungen mit nekrotische / kontusionierten Hautarealen, flächenhafte Hautabtragungen durch das Hängenbleiben von Ringen.
Behandlung
Konservativ durch Anlage von Okklusionsverbänden je nach Lokalisation und Größe des Defektes. Operativ bei tiefen und großflächigen Defekten.
Kurzinfos zum Eingriff
| Dauer | pro Lappen ca. 60 Minuten |
| Narkose | Lokalanästhesie, Plexusanäasthesie, Vollnarkose |
| Erholungszeit | 6-12 Wochen |

Häufige Fragen
Vor dem Eingriff
Wann rät der Arzt zu diesem Eingriff?
Je nach Lokalisation der Hautdefekte ist einen Lappenplastik notwendig. So kann bei einem Morbus Dupuytren ein Hautdefekt im Rahmen der wiedererlangten Hautstreckung nach operativer Strangentfernung auftreten, welcher eine gewisse Lappenplastik benötigt. Andere Beispiele sind offene Verletzungen mit frei liegendem Knochen, Sehnen, Gefäßen oder Nerven wie auch nach einer Tumorentfernung.
Welche Alternativen gibt es zu dieser Operation?
Dies ist immer eine Einzelfallentscheidung. Gelegentlich kann man Hautdefekte mit einem speziellen Verband ohne Operation behandeln (z.B. Folienverband bei Fingerkuppenverletzungen).
Wie bereite ich mich optimal auf den Eingriff vor?
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Krankheit, mögliche Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente. Zudem sollten Sie sich über den Ablauf des Eingriffs informieren und jemanden für den Transport nach Hause organisieren.
Muss ich vor der Operation Medikamente absetzen?
Blutverdünner (außer beispielsweise Thrombo-Ass) oder anderweitige Medikamente (wie beispielsweise gewisse Rheumamedikamente) müssen häufig vor einer Operation pausiert werden.
Darf ich vor dem Eingriff essen oder trinken?
Dies ist von dem Haupteingriff abhängig. Viele Verletzungen können in lokaler Betäubung durchgeführt werden, dann können Sie vor dem Eingriff sowohl essen wie auch trinken. Größere Operationen erfordern jedoch eine Vollnarkose oder regionale Anästhesie – hierbei müssen Sie dann 6 Stunden vor dem Eingriff nüchtern sein – d.h. Sie dürfenin beiden letztgenannten Fällen sechs Stunden vor dem Eingriff nichts essen und zwei Stunden vorher nichts trinken.
Welche Untersuchungen sind vorab notwendig?
Je nach Verletzungsbild bzw. Krankheitsbild ist eine Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT-Abklärung notwendig, um den Eingriff zu planen.
Während des Eingriffs
Was geschieht bei diesem Eingriff genau?
Nach der Hauptoperation, erfolgt der Entschluss ob und welche Hautdeckung erforderlich ist. Oftmals wieder dies bereits vor dem Beginn der Operation geplant. Je nach Hautlappen kann zum Beispiel Vollhaut vom Handgelenk, der Ellenbeugefalte oder anderweitig entnommen werden, um den Hautdefekt zu decken. Der neu entstanden Hautdefekt kann primär zugenäht werden. Eine andere Möglichkeit ist, den Hautdefekt mit direkt angrenzender Haut zu decken, teilweise dadruch dass der Hautschnitt speziell erweitert wird, und ein Hautlappen so geschwenkt wird, dass er den Defekt verschließt.
Wie lange dauert der Eingriff?
Da es sich in der Regel um einen Zusatzeingriff handelt, hängt dies von der Hauptoperation ab. Handchirurgische Operation dauern äußert selten länger wie 2 Stunden.
Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?
Dies ist von der Hauptoperation abhängig. Viele Eingriffe können in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Größere Operationen erfordern eine Vollnarkose oder regionale Betäubung.
Wird der Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt?
Nach der Operation können Sie in der Regel am gleichen Tag nach einer kurzen Beobachtungszeit wieder nach Hause gehen, wobei dies auch wiederrum in erster Linie vom Haupteingriff anhängt.
Nach dem Eingriff
Wie lange dauert die Genesung?
Die Heilungsdauer ist von der Hauptoperation abhängig. Der Hautlappen heilt in der Regel innerhalb von 2-4 Wochen ein.
Was muss ich in der ersten Woche nach der Operation beachten?
Nach einer Operation muss die Wunde trocken und sauber gehalten werden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Oftmals wird nach einer Lappenplastik eine Gipsruhigstellung angelegt, damit der Hautlappen in Ruhe einheilen kann.
Wann kann ich meinen Alltag wieder aufnehmen?
Dies ist von der Hauptoperation abhängig. Ein Hautlappen je nach Ausmaß 2-4 Wochen, um recht gut einzuheilen. Leichte Tätigkeiten sind frühzeitig nach Wundheilung möglich. Für schwerere Arbeiten oder Sport sollten Sie je nach Betätigung und Beschwerden teilweise länger pausieren.
Wie wird die Narbe gepflegt?
Die Narbe sollte sauber und trocken gehalten werden. Nach dem Fadenzug können spezielle Cremes oder Pflaster helfen, die Heilung zu fördern.
Was geschieht, wenn Komplikationen auftreten?
Wenn starke oder zunehmende Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, Kribbeln oder Bewegungseinschränkungen auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren.
Wann findet der nächste Kontrolltermin statt?
Der erste Kontrolltermin sollte in der Regel direkt am Tag nach der Operation erfolgen, um die Durchblutung des Hautlappens bzw. der Finger oder Hand zu beurteilen.
Risiken und Einschränkungen
Wie hoch ist das Risiko für Komplikationen?
Das hauptsächliche Risiko einer Hautlappenoperation ist, dass der Lappen nicht einheilt oder die Haut abstirbt. In solchen Fällen muss je nach Ausmaß eventuell nochmals operiert werden. Seltene Komplikationen können Infektionen, ein Bluterguss, oder Bewegungseinschränkungen bzw. ein Kraftverlust durch die Narbenbildung sein. Weitere Komplikationen können auch auf die Hauptoperation zurückgeführt werden.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Vorübergehende durch die Operation bedingte Schmerzen oder Schwellungen klingen in der Regel frühzeitig ab. Je nach Hautlappen ist das Hautempfinden (Sensibilität) kurzzeitig oder langfristig herabgesetzt oder auch aufgehoben.
Ist der Eingriff für jeden geeignet?
Grundsätzlich bei allen Patienten durchführbar. Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen sollten den Eingriff jedoch sorgfältig abwägen.
Beeinträchtigt der Eingriff dauerhaft die Beweglichkeit oder Funktion?
Dies ist in erster Linie von der Hauptoperation abhängig. Naturgemäß kann es durch die Narbenheilung zu gewissen Narbenkonrtrakturen kommen, d.h. dass sich die Narbe zusammenzieht und hierdurch Bewegungseinschränkungen auftreten. Die Vorhersage der Bewegungseinschränkungen bleibst stets eine Einzelfallbeurteilung.