Ein Enchondrom ist ein gutartiger Knorpeltumor in Handknochen (am häufigsten in den Finger- und Mittelhandknochen) und fällt in der Regel erst dann auf, wenn der Knochen durch einen unbedeutenden Unfall bricht und dadurch anfängt zu schmerzen. Tumor ist nicht gleichbedeutend mit bösartig – dieses Wort bezeichnet in der Medizin lediglich eine Neubildung, die wie in der Regel in diesem Fall, gutartig ist. Das Enchondrom ist neben dem Ganglion die häufigste Neubildung, jedoch darf eine äußerst, äußerst seltene aneurysmatische Knochenzyste oder andere eher bösartige Handtumoren nicht übersehen werden.
Da das Enchondrom erst im Rahmen eines Knochenbruches auffällt, lässt man diesen in der Regel erstmal ausheilen, damit der Knochen wieder an Stabilität gewinnt. Nach Knochenheilung kann das Enchondrom im Rahmen einer Operation ausgekrazt werden und das entstandene Loch mit eigenem Knochen oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt werden.
Als erfahrene Handchirurgen sind wir darauf spezialisiert, das Ausmaß dieser Neubildung präzise zu diagnostizieren und individuell zu behandeln. Unser Ziel ist es, Ihre Handstruktur schnell und nachhaltig wiederherzustellen.

Enchondrom Symptome, Ursachen, Behandlung
Symptome
Keine! Die meisten Enchodrome sind asymptomatisch und werden zufällig entdeckt.
Belastungsabhängige Schmerzen, oft erst bei größerem Tumor.
Der Knochen wird durch den Tumor geschwächt und es kommt zu einem Bruch bei
geringer Belastung. Lokale Verdickung eines Fingers, tastbare Vorwölbung.
Ursachen
Entstehung aus versprengten Knorpelzellen, Unvollständige Umwandlung von Knorpel während der enchodralen Ossifikation. Mutation IDH1-Gen und IDH2-Gen. Auftreten im Rahmen von Syndromen: Ollier-Krankheit und Maffucci-Syndrom.
Behandlung
Bei gleichzeitiger Anwesenheit einer Fraktur , pathologischer Fraktur, ist die operative Küretage (Auschabung des Tumors aus dem Knochen) indiziert.
Kurzinfos zum Eingriff
| Dauer | ca 60 Minuten |
| Narkose | Allgemeinnarkose |
| Erholungszeit | 6-12 Wochen |

Häufige Fragen
Vor dem Eingriff
Wann rät der Arzt zu diesem Eingriff?
Die Operation wird in der Regel nach Knochebruchheilung empfohlen, für den Fall, dass das sich das Enchondrom nicht von selbst auflöst (wobei dies nach einem Bruch wohl möglich, jedoch sehr selten ist). Da die Knochenwand sehr dünn ist, empfiehlt es sich in jedem Fall aufzufüllen, da es sonst immerwieder zu Knochenbrüchen kommt.
Welche Alternativen gibt es zu dieser Operation?
Grundsätzlich ist eine reine Beobachtung möglich, jedoch eher aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dass der Knochen wieder bricht nicht zu empfehlen.
Wie bereite ich mich optimal auf den Eingriff vor?
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Krankheit, mögliche Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente. Zudem sollten Sie sich über den Ablauf des Eingriffs informieren und jemanden für den Transport nach Hause organisieren.
Muss ich vor der Operation Medikamente absetzen?
Blutverdünner (außer beispielsweise Thrombo-Ass) oder anderweitige Medikamente (wie beispielsweise gewisse Rheumamedikamente) müssen häufig vor einer Operation pausiert werden.
Darf ich vor dem Eingriff essen oder trinken?
Der Eingriff kann in lokaler Betäubung durchgeführt werden, jedoch empfiehlt sich eher eine Vollnarkose oder regionale Betäubung insbesondere wenn Knochen aus der Speiche oder anderen Knochen entnommen wird. In beiden letztgenannten Fällen müssen Sie nüchtern sein und dürfen sechs Stunden vor dem Eingriff nichts essen und zwei Stunden vorher nichts trinken.
Welche Untersuchungen sind vorab notwendig?
Es erfolgt eine klinische Untersuchung sowie eine Röntgen und CT/MRT-Abklärung, um den Tumor und mögliche Brüche beurteilen zu können.
Während des Eingriffs
Was geschieht bei diesem Eingriff genau?
Bei der Operation wird der betroffene Knochen eröffnet und ein kleines Loch gemacht. Mit einem scharfen Löffel wird der ganze Tumor (das Enchondrom) ausgekratzt und an die Pathologie zugeschickt, damit diese den Tumor unter dem Mikroskop anschauen kann und eine korrekte Diagnose stellen kann. Das ausgekratzte Loch wird mit Knochen aus der Speiche beispielsweise oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt.
Wie lange dauert der Eingriff?
Je nach Ausmaß etwa 30–60 Minuten.
Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?
Die typische Form ist die Vollnarkose oder die regionale Betäubung. Selten wird der Eingriff in lokaler Betäubung durchgeführt (Lokalanästhesie).
Wird der Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt?
Nach der Operation können Sie in der Regel am gleichen Tag nach einer kurzen Beobachtungszeit wieder nach Hause gehen.
Nach dem Eingriff
Wie lange dauert die Genesung?
Die Heilung dauert in der Regel 6 Wochen, bis das Loch bzw. der Knochen sich stabil umgebaut hat. Hiernacht kann die Hand mit Hilfe von Ergotherapie beübt werden und man kann langsam mit dem Kraftaufbau beginnen. Eine gröbere Belastung ist erst nach 3 Monaten erlaubt, da es andernfalls zu einem erneuten Knochenbruch kommen kann.
Was muss ich in der ersten Woche nach der Operation beachten?
Nach einer Operation muss die Wunde trocken und sauber gehalten werden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Oftmals wird nur ein Gips oder eine Schiene angelegt, wobei teilweise bereits aus der Schiene heraus mit Ergotherapie begonnen werden kann.
Wann kann ich meinen Alltag wieder aufnehmen?
Leichte Tätigkeiten sind nach etwa 6 Wochen möglich. Für schwerere Arbeiten oder Sport sollten Sie je nach Betätigung und Beschwerden 6-12 Wochen pausieren. Aufgrund der dünnen Knochenwand kann es nämlich ein frühzeitiger, erneuter Knochenbruch auftreten.
Wie wird die Narbe gepflegt?
Die Narbe sollte sauber und trocken gehalten werden. Nach dem Fadenzug können spezielle Cremes oder Pflaster helfen, die Heilung zu fördern.
Was geschieht, wenn Komplikationen auftreten?
Wenn starke oder zunehmende Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, Kribbeln oder Bewegungseinschränkungen auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren.
Wann findet der nächste Kontrolltermin statt?
Der erste Kontrolltermin findet meist ein bis drei Tage nach der Operation statt, um die Wundheilung und den Behandlungsverlauf zu überprüfen.
Risiken und Einschränkungen
Wie hoch ist das Risiko für Komplikationen?
Das Risiko für Komplikationen ist gering, selten treten erneute Knochenbrüche auf. Auch kann es sein, dass der Tumor sich neu bildet. In äußert seltenen Fällen stellt sich heraus, dass es sich nicht um ein Enchondrom, sondern um eine andere Diagnose (extrem selten bösartige Diagnose) handelt. Hierbei ist dann eine entsprechende andere Behandlung einzuleiten. Selten treten verlängerte Schwellungen oder Infektionen auf. Nervenirritationen oder Gefäßverletzungen können je nach Operationsgebiet vorkommen sind jedoch auch selten, wie auch eine mögliche Gelenkssteifigkeit.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Nach einer Operation des Mittelgelenks verbleibt in der Regel eine gewisse Schwellung des Fingers bwz. Operationsgebietes, dieser ist in der Regel jedoch voll einsatzfähig. Bewegungseinschränkungen können teilweise auftreten, sind in den meißten Fällen jedoch nur gering ausgeprägt.
Ist der Eingriff für jeden geeignet?
Grundsätzlich bei allen Patienten durchführbar. Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen sollten den Eingriff jedoch sorgfältig abwägen.
Beeinträchtigt der Eingriff dauerhaft die Beweglichkeit oder Funktion?
In leichteren Fällen wird die Funktion wieder komplett hergestellt. Gewisse leichte Bewegungseinschränkungen können gelegentlich vorkommen, jedoch heilt die Neubildung in der Regel gut aus und die Funktionsfähigkeit ist Großteils nach Heilung wieder voll vorhanden.