Eine distale Bizepssehnenruptur ist ein kompletter oder teilweiser Ausriss der Bizepssehne am Ansatz an der Speiche am Ellenbogengelenk, welcher typischerweise durch plötzliche hohe Belastung entsteht. Betroffen sind vor allem Männer mittleren Alters, mit Verlust der Umdrehbewegungskraft (Supination) um 40–50% und Beugekraft um 20–30%.
Ohne Operation verbleibt dieser funktionelle Kraftverlust, sodass in der Regel eine Operation zur Refixation der Sehne an den Knochen erforderlich ist, um eine gute Heilung und volle Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Hierfür werden in der Regel spezielle Knochenanker oder Plättchen samt Nahtmaterial verwendet.
Als erfahrene Handchirurgen sind wir darauf spezialisiert, das Ausmaß dieser Verletzung präzise zu diagnostizieren und individuell zu behandeln. Unser Ziel ist es, Ihre Armfunktion schnell und nachhaltig wiederherzustellen.

Distale Bizepssehnenruptur Symptome, Ursachen, Behandlung
Symptome
Schmerzen, Schwellung am beugeseitigen Ellbogen, Höhertreten des Biceps Muskelbauches, Bewegungseinschränkungen und Schmerzen beim Beugen im Ellbogengelenk, Hämatom.
Ursachen
Ruckartiges Heben / Anreissen von schweren Gegenständen, Abfangen eines schweren Gewichts, ruckartige Zugbewegungen
Behandlung
Operativ bei Komplettrupturen! Die häufigste Behandlung ist die operative Refixation mittels Ankern oder Fäden an der Ursprungsposition der Sehne am Knochen. Bei geringen funktionellen Anspruch, älteren Patienten und erhöhtem OP Risiko durch Vorerkrankungen kann jedoch eine konservative Behandlung ebeso in Betracht gezogen werden.
Kurzinfos zum Eingriff
| Dauer | ca. 60 Minuten |
| Narkose | Allgemeinnarkose |
| Erholungszeit | 6-8 Wochen |
Häufige Fragen
Vor dem Eingriff
Wann rät der Arzt zu diesem Eingriff?
Eine Operation empfehlen wir nahezu jedem Patienten/In, welcher einen Riss der Bizepssehne am Ellenbogen erlitten hat. Ausnahmen sind sehr selten und in der Regel auf medizinische Ausnahmefälle beschränkt.
Welche Alternativen gibt es zu dieser Operation?
Bei älteren Patienten ohne hohe Belastungsansprüche kann eine konservative Therapie mit Physiotherapie ausreichen, führt jedoch zu bleibender Schwäche. Eine gute Alternative zur Refixation gibt es nicht, da die Sehne nicht spontan heilt. Lediglich geringe Teilrisse können funktionelle mit Hilfe der konservativen Therapie erfolgsversprechend behandelt werden.
Wie bereite ich mich optimal auf den Eingriff vor?
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Verletzung, mögliche Vorerkrankungen, Allergien und Medikamente. Zudem sollten Sie sich über den Ablauf des Eingriffs informieren und jemanden für den Transport nach Hause organisieren.
Muss ich vor der Operation Medikamente absetzen?
Blutverdünner (außer beispielsweise Thrombo-Ass) oder anderweitige Medikamente (wie beispielsweise gewisse Rheumamedikamente) müssen häufig vor einer Operation pausiert werden.
Darf ich vor dem Eingriff essen oder trinken?
In der Regel wird der Eingriff in Vollnarkose oder regionaler Betäubung durchgeführt. In beiden Fällen sollten Sie sechs Stunden vorher nichts essen und zwei Stunden vorher nichts trinken.
Welche Untersuchungen sind vorab notwendig?
Es erfolgt eine klinische Untersuchung sowie eine Röntgen- und Ultraschalluntersuchung, wie auch eine MRT-Abklärung, um die Diagnose zu sichern und den Eingriff zu planen.
Während des Eingriffs
Was geschieht bei diesem Eingriff genau?
Bei der Operation wird die zurückgezogene Bizepssehne lokalisiert und wieder anatomisch an der Tuberositas radii bei uns mit zwei Fadenankern oder durch den Knochen gezogenen Fäden refixiert.
Wie lange dauert der Eingriff?
Der Eingriff dauert normalerweise etwa 60 Minuten.
Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?
Je nach Patientenwunsch kann der Eingriff unter Regionalanästhesie, bei dem nur der ganze Arm schläft, oder Vollnarkose, bei der man ganz schläft, durchgeführt werden.
Wird der Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt?
Nach der Operation können Sie in der Regel am gleichen Tag nach einer kurzen Beobachtungszeit wieder nach Hause gehen.
Nach dem Eingriff
Wie lange dauert die Genesung?
Die Heilung dauert etwa 3 Monate. Die ersten 6 Wochen darf der Muskel bzw. die Sehne nicht belastet werden, zudem wird oftmals eine Bewegungslimitierung verordnet. Nach 6 Wochen kann man langsam mit dem Kraftaufbau anfangen. Eine gröbere Belastung ist erst nach 3 Monaten erlaubt, da es andernfalls zu einem erneuten Ausriss der Sehne kommen kann.
Was muss ich in der ersten Woche nach der Operation beachten?
Die Wunde muss trocken und sauber gehalten werden, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Zudem sollte der Arm samt Ellenbogenorthese in einer Schlinge gelagert und entlastet werden.
Wann kann ich meinen Alltag wieder aufnehmen?
Leichte Tätigkeiten sind nach etwa 6 Wochen möglich. Für schwerere Arbeiten oder Sport sollten Sie je nach Betätigung und Beschwerden mindestens 3 Monate pausieren.
Wie wird die Narbe gepflegt?
Die Narbe sollte sauber und trocken gehalten werden. Nach dem Fadenzug können spezielle Cremes oder Pflaster helfen, die Heilung zu fördern.
Was geschieht, wenn Komplikationen auftreten?
Wenn starke Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen auftreten, sollten Sie umgehend Ihren Arzt kontaktieren.
Wann findet der nächste Kontrolltermin statt?
Der erste Kontrolltermin findet meist ein bis drei Tage nach der Operation statt, um die Wundheilung und den Behandlungsverlauf zu überprüfen.
Risiken und Einschränkungen
Wie hoch ist das Risiko für Komplikationen?
Das Risiko ist gering, umfasst jedoch in erster Linie Nerven- oder Gefäßverletzungen (bei welchen es zum Kribbeln der Haut oder auch zur Unfähigkeit das Handgelenk zu strecken kommt), Infektionen, Reruptur oder Steifigkeit samt knöcherner Neubildungen.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Vorübergehende Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit klingt nach kurzer Zeit ab; bleibende Kraftdefizite sind selten bei frühzeitiger Operation.
Ist der Eingriff für jeden geeignet?
Grundsätzlich bei allen Patienten durchführbar. Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen sollten den Eingriff jedoch sorgfältig abwägen.
Beeinträchtigt der Eingriff dauerhaft die Beweglichkeit oder Funktion?
In den meisten Fällen wird die Funktion vollständig oder nahezu vollständig wiederhergestellt. Dauerhafte Einschränkungen sind selten und meist auf Komplikationen zurückzuführen.